Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Die totale Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 findet am Tag des Frühlingsbeginns auf der Nordhalbkugel statt. Die totale Verfinsterung beginnt östlich von Neufundland, der Schattenpfad umrahmt dann Grönland und Island auf seinem Weg durch das Europäische Nordmeer. Die Färöer-Inseln und Spitzbergen liegen in der totalen Zone. Die Finsternis endet nahe dem Nordpol, genau an dem Tag, an dem dort die Sonne erstmals nach einem halben Jahr wieder über dem Horizont erscheint. In ihrer partiellen Phase kann die Finsternis von ganz Europa gesehen werden.
Der Pfad des Kernschattens ist während des gesamten Verlaufs mehr als 400 Kilometer breit, die maximale Breite liegt bei 487 Kilometern. Diese für totale Sonnenfinsternisse ungewöhnlich große Breite des Schattenpfads resultiert daraus, dass die Sonne bei Eintreten der Totalität nirgendwo höher als 18° steht, wodurch sich lange Schatten auf der Erdoberfläche ergeben.

Sonnenfinsternis-Deutschland-2015

Sonnenfinsternis 2015

Der Kernschatten des Mondes trifft die Erde erstmals um 9:14 UT (Universal Time) im Nordatlantik östlich von Neufundland am Ort ♁53° 38′ N, 45° 59′ W. Die dort während des Sonnenaufgangs stattfindende Finsternis dauert 2 Minuten und 6 Sekunden. Der zunächst 406 Kilometer breite Kernschatten rast von dort in nordöstlicher Richtung über den Atlantik, zwischen Island und den Britischen Inseln hindurch. Auf den Färöer-Inseln trifft er erstmals auf Land. Die Totalität dauert dort mindestens 2 Minuten, abhängig vom Standort kann sie auch bis zu 2 Minuten und 20 Sekunden betragen. Wenig später tritt im Atlantik östlich von Island um 9:35.38 UT das Maximum der Finsternis ein, die Totalitätsdauer beträgt dort 2 Minuten und 47 Sekunden, die Breite des Schattenpfads ist auf 463 Kilometer angewachsen. Anschließend überstreicht der Kernschatten Spitzbergen, wo in Longyearbyen eine Totalität von 2 Minuten und 28 Sekunden zu erwarten ist. Der Kernschattenpfad setzt sich anschließend fort über das Europäische Nordmeer in Richtung des Nordpols. Nur 69 Kilometer vom Nordpol entfernt verlässt der Kernschatten um 10:21 UT die Erde.
Die partielle Phase der Finsternis ist von Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten, dem westlichen und nördlichen Asien und Grönland zu sehen. In Mitteleuropa liegt der Bedeckungsgrad zwischen 60 und 85 %, wobei er im Nordwesten größer ist als im Südosten. In Bern beginnt die Finsternis um 9:24 MEZ (Mitteleuropäische Zeit) und endet um 11:44 MEZ, wobei um 10:32 MEZ maximal 69,5 % der Sonnenscheibe bedeckt sein werden. In Wien beginnt die Sonnenfinsternis um 9:37 MEZ, also etwa 13 Minuten später, und endet um 11:57 MEZ. Die größte Bedeckung ist um 10:45 MEZ zu beobachten. Ungefähr eine Minute später, um 9:38 MEZ, beginnt sie in Berlin und endet um 11:58 MEZ. Hier ist die Bedeckung um 10:47 MEZ am größten. Der Bedeckungsgrad in Wien beträgt 62,9 %, während er in Berlin 74,2 % erreicht. Die größte Bedeckung in Deutschland gibt es am Ellenbogen bei List auf Sylt mit 83,1 %. Aus der Sicht eines Betrachters wandert der Mond im Verlauf der Finsternis vom rechten zum linken Sonnenrand und überdeckt dabei einen entsprechend großen, oberen Teil der Sonnenscheibe.